Fingerfood schmeckt nicht nur Narren

Helau! Alaaf! Narri Narro! Zugegeben, es ist schon ein bisschen verrückt, wenn auf den Straßen wortwörtlich der Teufel los ist, ein Taucher mit dir in der Supermarktschlange steht oder (das ist das Lustigste, das mir einmal passiert ist) abends in der Kneipe ein paar Zebras am Nachbartisch sitzen. Aber unsere ganz persönliche Faschingstradition liebe ich sehr.

Einmal im Jahr in eine andere Rolle schlüpfen

Fasching polarisiert. Egal, ob man in einer Gegend wohnt, in der es Fastnacht, Karneval oder Fasnet heißt: Die einen lieben die fünfte Jahreszeit, die anderen begegnen ihr mit völligem Unverständnis. Wobei sich die Bräuche zum Teil sehr unterscheiden, je nachdem, ob der Fasching im Rheinland, im schwäbisch-alemannischen Süddeutschland, in Basel, Venedig oder Rio gefeiert wird – um ein paar der bekanntesten Beispiele zu nennen. Bereits vor Tausenden von Jahren gab es Feste, die als Vorläufer des Faschings gelten. Literarisch erwähnt wurde die “fasnaht” erstmals 1206 von einem Minnesänger, der Spiele, Tänze und Verkleidungen rund um eine Burg am Donnerstag vor Aschermittwoch beschreibt, also vor dem Beginn der Fastenzeit. Besonders das Verkleiden ist bis heute für jeden Karnevalfan ein Muss. Ob traditionell (Hexe, Clown und Prinzessin) oder modern (von Vampir über Trump bis Hot Dog), einmal im Jahr in eine andere Rolle zu schlüpfen und ausgelassen zu feiern, ist für die meisten Narren ein echtes Highlight. Gerade das finden die Faschingsmuffel hingegen besonders närrisch.

Die Zeit ist unser Fixpunkt im Jahr

Wie ist das bei dir? Bist du ein Faschingsliebhaber oder ist dir das ausgelassene Treiben vor Ostern völlig fremd? Meine Brüder und ich sind in einer richtigen Faschingshochburg aufgewachsen. Wir machen zwar nicht jeden Blödsinn mit und finden auch nicht, dass man in der närrischen Zeit unbedingt die Sau rauslassen muss, aber – das gebe ich zu – wir lieben es. Die Zeit ist unser Fixpunkt im Jahr, an dem wir alle drei zurück in die alte Heimat kommen, Freunde aus der Schulzeit treffen, zusammen Spaß haben, aber trotz der fröhlichen Verkleidung und guten Stimmung auch manch ernstes Gespräch führen. Bei aller Ausgelassenheit ist Fasching für mich daher eine Zeit menschlicher Nähe und schöner Begegnungen.

Fingerfood ist in dem bunten Durcheinander einfach ideal

Mittlerweile ist es zum Ritual geworden, dass wir uns jedes Jahr bei einem unserer gemeinsamen Freunde treffen und dort essen, bevor wir in recht großer Runde losziehen, um den Umzug anzuschauen. Jeder bringt etwas mit, so dass wir am Ende ein leckeres Karnevalsbuffet haben. Fingerfood ist in dem bunten Durcheinander einfach ideal, ob herzhaft oder süß. Meat-Pops und kleine Crêpes-Rollen an Spießen lassen sich zum Beispiel auch wunderbar dann noch essen, wenn das Gesicht bereits geschminkt ist und der Piraten- oder Meerjungfrauenlook nicht zerstört werden soll.

Besonders beliebt ist auch unsere Mini-Calzone, vor allem bei den notorischen Zuspätkommern, weil sich die kleinen Pizzastücke unkompliziert mitnehmen lassen. Fingerfood lässt sich nicht nur prima vorbereiten (auf Stress hat an Fasching schließlich niemand Lust), sondern schmeckt meist auch kalt noch richtig gut – perfekt für den nächtlichen Hunger nach der Party. Auch süße Leckereien sind natürlich dabei, sonst würde sich vor allem die Freundin meines Bruders lautstark beschweren. Und da ihr Lieblingskostüm ein Racheengel ist, wollen wir das lieber nicht riskieren! Genau genommen ist sie also ein sehr süßer Racheengel.

Überrasche deine Freunde!

Du kannst mit Fasching nichts anfangen? Macht nichts! Unsere Fingerfood-Lieblingsrezepte schmecken immer. Auch an Silvester, bei einer Geburtstagsparty, an einem Juhu-die-Prüfung-ist-geschafft-Abend oder zu den vielen anderen Anlässen, bei denen leckere Kleinigkeiten das Zusammensein noch schöner machen. Probier’s aus und überrasche deine Freunde!