Der Tag danach…

Es ist wieder soweit, eine der schönsten, aber auch stressigsten Zeiten im Jahr ist angebrochen. Geschenke werden auf den letzten Drücker gekauft, ein schöner Weihnachtsbaum muss auch noch her und jeder möchte mit dir auf den Weihnachtsmarkt gehen und Glühwein trinken. Bei vielen stehen auch die Weihnachtsfeiern an. Meine gestern war super lustig. Aber auch der Tag danach wird mir in Erinnerung bleiben.

So ein Mist aber auch!

„Jingle bells, jingle bells, jingle all the way“ tönt es aus meinem Handy. Ich drehe mich zur Seite und drücke mir mein Kissen auf den Kopf, um den schrecklichen Klingelton meines Weckers verstummen zu lassen. Genervt frage ich mich, wieso ich mir diesen Song als Weckton ausgesucht habe.  Klar es ist bald Weihnachten und normalerweise liebe ich Weihnachtslieder – aber heute definitiv nicht! Heute ist nämlich der Tag nach der Weihnachtsfeier, und du kannst dir sicherlich denken, was das zu bedeuten hat, oder? Richtig! Es wurde bis tief in die Nacht gefeiert, getrunken und gelacht. Der arme Taxifahrer, der meine Arbeitskollegin Nicole und mich gestern nach der Feier nach Hause fahren musste, hat heute bestimmt Ohrenschmerzen, so viel, wie wir rumgegackert haben. Apropos Ohren – mein Kissen bringt leider gar nicht viel und die Melodie von „Jingle bells“ wummert immer noch in meinen Ohren. So ein Mist aber auch! Dann muss ich wohl oder übel aufstehen und meinen Wecker ausmachen.

Die Karussellfahrt ist wohl noch nicht ganz vorbei

Gereizt öffne ich meine schweren Augen, rekel mich aus der Decke und springe etwas zu schnell auf meine Beine, denn sofort fährt mir ein Schmerz in den Kopf. Instinktiv fasse ich mir an meinen Kopf, reibe meine Stirn und lasse mich zurück aufs Bett fallen. Doch ausruhen kann ich mich nicht lange, denn „Jingle bells“ ruft mich. Obwohl ich weiß, dass es nichts bringt, greife ich herausfordernd nach meinem Kissen und werfe es in Richtung Handy. Natürlich fällt es vom Tisch und klingelt munter weiter. Ich verdrehe meine Augen. Langsam stelle ich mich wieder auf meine Beine und muss kurz innehalten – die Karussellfahrt  ist wohl noch nicht ganz vorbei. Vorsichtig setze ich einen Fuß vor den anderen und halte den Blick fest auf das Handy gerichtet. Dabei bemerke ich, dass es nicht der Wecker ist, der mich aus dem Schlaf gerissen hat, sondern meine Freundin Eileen, die hier in Dauerschleife anruft. „Ja?“ frage ich müde ins Telefon. „Machst du mir mal bitte die Tür auf? Ich schlage hier schon Wurzeln und es ist super kalt“, antwortet sie etwas genervt. Schlagartig fällt es mir wieder ein. Ich habe ganz vergessen, dass wir uns heute zum Weihnachtsshopping verabredet hatten. So schnell es mein Zustand erlaubt, gehe ich  zur Tür und drücke den Türöffner.

Schwindelig, aber zum Glück nicht übel

Ein paar Sekunden später steht Eileen verfroren in der Tür. „Oh Mann, es tut mir sooo leid, ich habe das total vergessen. Gestern hatte ich doch meine Weihnachtsfeier und nun ja, es ist dann doch etwas ausgeartet“, entschuldige ich mich bei ihr. Plötzlich grinst sie „Ich weiß, du hast mir heute Nacht zahlreiche Sprachnachrichten geschickt und mir lallend erzählt, wie toll die Weihnachtsfeier ist und dass du dir wahrscheinlich keinen Wecker stellen wirst und ich dann einfach anrufen soll, wenn ich da bin“. Beschämt halte ich mir die Hand vor mein Gesicht. „Ist doch halb so wild“, besänftigt mich Eileen. Während sie ihre Taschen auf den Tisch stellt, fragt sie mich: „Wie geht’s dir?“. Man muss mir meinen Kater wohl ansehen. Weil ich weiß, dass Eileen diese Frage ehrlich meint und sich nicht lustig machen will, sage ich ihr, wie es ist: „Es geht. Der Schädel brummt etwas und mit ist leicht schwindelig, aber zum Glück nicht übel“. Sie kramt in ihren Taschen herum und zaubert nach und nach Obst und Gemüse hervor. „Wie gut, dass ich das nach deinen Nachrichten schon geahnt und dir etwas mitgebracht habe. Ich war vorhin schon ein bisschen einkaufen, um  dich fit zu machen fürs Shopping!“

Was ist denn da drin?

Während ich unter der Dusche stehe und versuche, den Restalkohol von gestern aus meinem Körper zu spülen, bereitet Eileen mir die ultimative Anti-Kater-Kombo vor. „Das wird dich wieder auf die Beine bringen“, hat sie gesagt. Was das allerdings genau ist, weiß ich nicht, das wollte sie mir noch nicht verraten, aber ich lasse mich einfach mal überraschen. Langsam lasse ich mir das lauwarme Wasser über das Gesicht laufen und merke, wie gut die Dusche meinem Körper, meinem Kopf und vor allem meinem Kreislauf tut. Ungefähr zwei Minuten stehe ich einfach nur da, lasse das Wasser auf mir heruntergleiten und genieße die wohlige Wärme.

Als ich mit einem Turban auf dem Kopf aus dem Bad komme, duftet es nach Essen. Neugierig stecke ich meine Nase in die Küche und beobachte Eileen beim Kochen. „Du kannst ruhig reinkommen. Teil eins deiner Anti-Kater-Kombo kannst du schon trinken“, sagt sie und hebt mir einen Smoothie entgegen. „Was ist denn da drin?“, frage ich unsicher, denn der Smoothie sieht mit seiner grünen Farbe sehr gewöhnungsbedürftig aus. „Banane, Kiwi und Spinat. Schmeckt gut! Ich habe ihn auch schon getrunken. Der bringt deinen Kalium-Haushalt wieder in Schwung, glaub mir!“, antwortet Eileen überzeugt. „Das in der Pfanne ist übrigens auch für dich, Shakshuka, ein Gericht aus der nordafrikanischen und israelischen Küche. Das wird dir bestimmt schmecken und gut tun“. „Shak – was?“, frage ich nur irritiert und trinke den Smoothie in einem Zug aus.

Womit habe ich das nur verdient? Hast du auch so liebevolle Freunde, die sich gut um dich kümmern, wenn’s dir nicht so gut geht? Ich habe auf jeden Fall die beste Freundin der Welt! Nicht nur der Smoothie schmeckt richtig gut, sondern auch das Shakshuka! Und ich muss wirklich sagen, dass es mir schon viel besser geht. „Ich glaube, der Shoppingausflug kann kommen!“, rufe ich Eileen fröhlich entgegen. Du hattest bestimmt auch schon verkaterte Morgende, oder? Probier nächstes Mal  unbedingt die Anti-Kater-Kombo von meiner Freundin Eileen aus! Die wirkt wirklich Wunder.

So und nun genug gelitten, jetzt wird endlich geshoppt!